Ein Blick hinter die Kulissen – Nachhaltige Planung mit Verstand


Fahrrad-Abstellanlage unter Bäumen

Attraktiv, effizient und nachhaltig – wenn es um die Mobilitätswende geht, darf es keine halben Sachen geben. Denn wer ein Umdenken im Sinne unserer Natur anstrebt, muss Angebote liefern, bei denen bereits ein nachhaltiger Grundstein gelegt wurde. So auch bei unseren MobilitätStationen. Schließlich geht es darum, mit intelligenten Konzepten zukunftsfähige Alternativen zum eigenen Pkw anzubieten. Das Thema Nachhaltigkeit spielt beim Ziel einer emissionsfreien Innenstadt natürlich eine übergeordnete Rolle. Wer jetzt aber glaubt, es sei mit ein paar elektrobasierten Sharing-Angeboten getan, irrt sich. Denn unser Anspruch geht weit über das Thema Verbrennungsmotor hinaus. Wir wollen Orte schaffen, die langfristig attraktiv sind, zum Verweilen einladen und in jeder Entscheidung den Schutz unseres Planeten berücksichtigen. Vieles von dem, was wir als CMD umsetzten, ist jedoch nur auf den zweiten Blick nachhaltig. Damit ihr ein wenig mehr über unsere Arbeit erfahrt und unsere Entscheidungen besser versteht, haben wir euch heute kurz zusammengefasst, welche Materialien und Bauarten bei uns verwendet werden und warum.



Baumaterialien für Sitzgruppen und Fahrradabstellanlagen

Als natürlicher und nachwachsender Rohstoff war Holz von Beginn an ein Kernelement unserer Planungen. Es ist eines der ältesten Baumaterialien überhaupt und in vielen Bereichen im Einsatz. Denn es ist flexibel, widerstandsfähig, verfügt über eine angenehme Haptik und eine natürliche Schönheit. Doch Holz ist nicht gleich Holz. Gerade für Bauelemente im öffentlichen Raum haben Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit höchste Priorität. Das so genannte Accoya Holz verfügt über genau diese Eigenschaften und ist gleichzeitig besonders pflegeleicht. Bis zu 50 Jahre bleibt es fäulnisbeständig, benötigt kaum Wartung und ist nahezu immun gegen Pilzbefall. Damit ist es dem im Outdoor-Bereich beliebten Teakholz einen deutlichen Schritt voraus. Das zeigt sich unter anderem in den extrem niedrigen Quellwerten. Hiermit kann garantiert werden, dass vor allem bewegliche Elemente wie Türen auch nach vielen Jahren komplikationslos zu bedienen sind und nicht morsch werden. Darüber hinaus ist Accoya Holz ungiftig und kann bei Bedarf einfach und sicher wiederverwendet oder entsorgt werden. Sämtliche Accoya Holzprodukte stammen zudem aus nachhaltiger Forstwirtschaft und werden mit FSC-Zertifizierung an uns geliefert. So stellen wir sicher, dass der gesamte Produktkreislauf von der Gewinnung, über die Verarbeitung bis zur Entsorgung in vielen Jahren, maximal nachhaltig ist.


Close-Up Accoya Holz

Als zweites Element haben wir uns für Edelstahl entscheiden. Ebenso wie Accoya Holz, ist Edelstahl zunächst teurer, zahlt sich langfristig jedoch aus. Denn die extreme Langlebigkeit bei gleichzeitig niedrigen Wartungskosten ist ein wesentlicher Pluspunkt im öffentlichen Raum. Zudem entfällt bei der Herstellung von Edelstahl der emmissionsstarke Prozess der Feuerverzinkung, der bei Stahlelementen für den Außenbereich unabdingbar ist.


Close-Up Edelstahl-Schiebetür

Grünflächen, Rasenliner und Biodiversität

Jede MobilitätStation hat das Ziel, den bestehenden Ort attraktiver zu gestalten. Die Bepflanzung spielt hierbei eine ganz zentrale Rolle. Bäume, Blumen und zuletzt auch Rasen tragen nicht nur zur Wohlfühlatmosphäre bei, sondern haben auch viele praktische Nebeneffekte. Daher ist es unser Anspruch, bei der Gestaltung des öffentlichen Raums neue Plätze für Grünflächen zu gewinnen.

In Zusammenarbeit mit dem Gartenamt der Stadt Düsseldorf versuchen wir, möglichst viele dieser Freiflächen für eine neue Bepflanzung zu schaffen. Alleine die Ausrichtung von längs auf schräg ausgerichtete Parklücken reicht hier vielfach aus. Was genau gepflanzt wird, überlassen wir selbstverständlich nicht dem Zufall. Denn Bäume dürfen an bestimmten Stellen keine extreme Verschattung erzeugen. So setzten wir vielerorts nur Gehölze ein, die eine kleine Baumkrone entwickeln, damit nahgelegene Laternen nicht blockiert werden. Denn die Lichtplanung ist Teil des innerstädtischen Sicherheitskonzeptes und muss aus gutem Grund diversen Auflagen entsprechen. Aber nicht nur die Errichtung, sondern auch der Schutz bestehender Bäume ist uns ein Anliegen. Wo mögliche Kollisionen mit dem Wurzelwerk von Bestandsbäumen auftreten können, führen wir im Vorfeld so genannte Wurzelsuchschachtungen durch. Dabei entnehmen wir bestimmtes Bodenmaterial, um so genannte Starkwurzeln von Versorgungswurzeln zu unterscheiden. Denn Starkwurzeln dürfen nicht beeinträchtigt werden, da sie eine statische Wirkung haben. Bestandswurzeln schützen wir über Wurzelschutzfolien, denen noch eine weitere Aufgabe zukommt: Sie sorgen dafür, dass die Wurzeln nicht durch gepflasterte Elemente brechen. Jede*r Auto- aber auch Fahrradfahrer*in kennt die unangenehmen Hubbel und den aufgerissenen Asphalt rund um alten Baumbestand. Das ist nicht nur unschön sondern auch sicherheitsrelevant. Mit modernster Technik sorgen wir hier für eine maximale Langlebigkeit und minimale Wartungskosten. Mittelfristig planen wir noch einen Schritt weiter zu gehen und Wasserrückhalteorte zu entwickeln. Bei starkem Regen sollen diese Wasser aufnehmen und speichern, um es in Trockenzeiten wieder abzugeben.


Sitzelement unter einem Baum

Bei größeren Grünflächen wollen wir von Beginn an vermeiden, dass unschöne Trampelpfade entstehen. Gleichzeitig wollen wir aber möglichst viele Rasen- und Versickerungsflächen für Regen anlegen. Mit unseren Rasenlinern versuchen wir der Natur und der Nutzer*in gleichermaßen gerecht zu werden. Sie werden überall dort eingesetzt, wo Fahrzeuge, Fahrräder oder Fußgänger*innen unterwegs sind. Denn sie bieten hinreichend Versickerungsfläche und setzen so einen architektonischen, aber auch ökologischen Akzent.



Ähnlich sieht es bei der Gestaltung der Dächer aus. Gerade im urbanen Großstadtdschungel ist Beton ein wahrer Dorn im Auge. Nicht nur, dass er unschön aussieht, Beton heizt sich im Sommer enorm auf und bietet der Insekten- und Tierwelt rein gar keinen Lebensraum. Entsprechend haben wir uns frühzeitig mit der Begrünung aller Dächer beschäftigt. Mit einem so genannten Sedum-Teppich ausgestattet, können unsere Abstellanlagen pflegeleichte Pflanzenarten beherbergen, die ganz nebenbei für mehr Biodiversität sorgen. Perspektivisch werden wir zudem eine so genannte Sandlinse in der Mitte platzieren, die es Wildbienen sogar ermöglicht, Nester zu bauen. Ein absolutes Novum im Innerstädtischen Bereich.



Strom und Digitales

Egal ob Pin-Pad, App oder Karte – Alle Bürger*innen sollen unsere Module so nutzen können, wie sie es am liebsten möchten. Damit der Betrieb der Anlagen langfristig autonom gewährleistet werden kann, planen wir die Dächer und Überdachungen der MobilitätStationen mit klimaneutraler Photovoltaik-Technologie auszustatten. Denn Zukunftstechnologie benötigt Strom, den wir mittelfristig selber produzieren und netzdienlich einspeisen möchten. Bis das soweit ist, nutzen wir 100% Ökostrom unseres Partners Stadtwerke Düsseldorf.


Ladestation für Elektro-Fahrzeuge der Stadtwerke Düsseldorf

Nachhaltigkeit ist ein großes Wort, dem wir täglich ein Stück näherkommen möchten. Denn neben klimafreundlichen Mobilitätsangeboten geht es auch beim Bau unserer MobilitätStationen um die Produktion, die Wartungsintensität und die Langlebigkeit der Materialien. Nicht nur im Sinne der Ästhetik, sondern im Sinne unseres Planeten.